Leonhardi

Jedes Jahr nimmt der Burschenverein Putzbrunn mit seinem eigenen Wagen am Leonhardiritt in Siegertsbrunn teil. Am ersten Wochenende nach Kilian (8. Juli) beginnen die Feierlichkeiten mit der heiligen Messe, anschliessend findet der dreimalige Ritt um die Kirche statt. Festlich geschmückt und von Kapellen begleitet, ziehen die Pferde mit den Wagen um die St-Leonhard-Kirche.

Die Leonhardiritte gehen zurück auf den den heiligen Leonhard, der in Bayern neben dem heiligen Egidius, dem heiligen Stephan und dem heiligen Georg zu den Viehpatronen zählt. Geboren im Jahre 480 als Sohn hochadliger altfränkischer Eltern, lebte er in Gallien als Klosterbruder. Der Legende nach, hat er die Frau des Frankenkönigs Chlodwig I. allein durch ein Fürgebet von schwerer Krankheit erlöst. Als Dank für die Geburtshilfe, die er der Königin geleistet hatte, soll er sich das Recht zur Amnestie von Gefangenen ausgehandelt haben. Dadurch wurde er auch zum Schutzheiligen der Gefangenen und schwangeren Frauen. Schon kurz nach seinem Tod baten in Not geratene deshalb den heiliggesprochenen Leonhard im Gebet um Gesundheit. Mit den Jahrhunderten stand mehr und mehr das Tier im Mittelpunkt der Bitten. Beim Umreiten der Leonhardskirche wird den Pferden der Segen des Schutzpatrons ausgesprochen, um sie vor Krankheiten und Unglücksfällen zu beschützen. Das Sterbedatum Leonhards ist nicht genau bekannt, es wird jedoch vom 6. November 559 ausgegangen. Der 6. November ist auch der Namenstag des heiligen Leonhards und an diesem Tag finden die meisten Leonhardiritte statt (z.B. auch in Bad Tölz, dem wohl bekanntesten Ritt in Bayern). In Siegertsbrunn findet der Umzug am ersten Sonntag nach Kilian statt, da an diesem Tag im Jahre 1460 die Kirche eingeweiht wurde.

Diese Wallfahrtskirche ist eine der ältesten und bedeutendsten ihrer Art in Bayern. Wallfahrer kamen im 16. Jahrhundert aus einem Umkreis von bis zu 200 km nach Siegerstbrunn. In der heutigen Gestalt geht die St-Leonhard-Kirche in Siegertsbrunn auf die Wittelsbacher zurück. Der Legende nach soll zwar bereits der Ortsgründer Sigoho um das Jahr 1000 auf dem Areal der heutigen Kirche eine Holzkapelle errichtet haben, die erste urkundliche Erwähnung einer steinernen Kirche datiert auf 1460.